Montag, August 29, 2005

KURZER REPORT

Freitag nachmittag 3 Uhr:
Abfahrt in Bay Shore, Umsteigen in Babylon. Falscher Zug, da keine Informationsmöglichkeiten am Bahnsteig. 30 Minuten längere Fahrt, da kein Express.
(Ihr wisst nicht wie toll die Deutsche Bahn sein kann! )

3.30 Uhr: Ankunft Penn Station

Ein anders Gefühl, als beim ersten Mal: Ich komme in der Prime Time am Bahnhof an. Leute über Leute, die meine Wege kreuzen. Ich bin gestresst und will raus. Draußen dann heiße Luft, Gestank und Puma hat ne ganze Nebenstraße vom Broadway gesperrt um da mit Musik, Bussen, Basketballspielern und Player die neue Schuhserie zu bewerben. Ich, als Werbetussi, muss es mir aber ansehen.
CDs, DJs, wohl bekannte Spieler der NBA, viele Schwarze, Animationen Places in der ganzen Straße. Wahnsinn was Leute tun um da was von zu sehen oder irgendwo mitzumachen. Ich treffe per Zufall Rob, 36, weil er mir auf die Füße tritt, ich glaube schwul. Er ist von Pumas Werbeabteilung, erklärt mir schnell alles und sagt, dass das ganz hier 1/2 Million $ kostet. Nicht schlecht!

Nach 1,5 Stunden & kleiner Irrfahrt durch NYC Ankunft beim Metropol Museum. Treffe auf Jens und Flo.

Tolle Bilder verschiedenster Künstler aus der ganzen Welt, Musikinstrumente (z. B. Stradivaris), Vasen, Gläser, Jahre verschiedenster Kulturen.





In den Reiseführern steht, dass man 2 Tage bräuchte um sich alles anzusehen. Wir schaffen es in 2 Stunden, da nicht alles so interessant ist.
Mein Fazit: Der Track für Amerikanische Kunst ist groß, aber schlecht.

Danach: schnell nach Hause, duschen, umziehen, mit Cap zum Candy...Club.
Mediziner Party! Die Amis trinken, tanzen, bieten sich an, wie mans nur aus den Filmen kennt. Hip Hop ohne Stop. Zigaretten und Koks nur auf dem Klo. Und solche Leute behandeln dann Drogenopfer im Emergency Room. Na dann Prost!
Heinecken Bier 0,33l: 8 Dollar.



Wir treffen auf Bo einen lustigen sympatsichen Chinesen und nen Inder. Bekannte von Jens und Flo. Dazu kommen noch ne Irin, ne Polin (!!!), ein Break Dancer mit Freund und noch so n paar!
Ich bin froh, als der Inder so gegen 1 nen Ortswechsel vorschlägt. Housemusik ist angesagt. Zusammen mit Bo, Jens, Flo, der Polin und dem Inder gehts zur Frying Pan. Ein Pier (der 63ste hinter der Basketball-City) im Westen Manhattans, mit nem Boot.
Beste Housemusik mit großer Liveband und quasi unter freiem Himmel (Dach auf Stelzen über uns) und gigantischer Aussicht auf Hudson River und New Jersey.
Tanzen, trinken, Kicker Königin-Fähigkeiten aus dem GGymnasium zeigen und 4 mal gewinnen!
Nur zu empfehlen.

Flo verschwindet mit der Polin. Selbst dran schuld und bedarf hier keinem weiteren Kommentar. :-)

5 Uhr Jens und ich fahren zurück ins Appartment.

Um 6 kommt Flo wieder. Diagnose: Amnesie ab 4 Uhr. Vielleicht ists besser so. :-)))))))

Schlafen bis um 12. Rumhängen und langsames Bewegen und Fertigmachen bis um 4.

Dann Tour nach East Village. Aternativ, Künstlerviertel mit vielen kleinen Boutiquen und den ersten richtig verrückten Leuten.
Straßenfest gabs auch.



Soho.

China-Town.

Little Italy:



Essen im Piccolo Buffalino. Leider nciht so gut wie in Italien. Die Jungs trinken Bier, ich bleib dann doch lieber beim Wasser.

12 Uhr: endlich wieder zuhause. Fernsehen und schlafen.

10 Uhr, Sonntag. Es hat geregnet und die Stadt stinkt. Egal es ist ja wenigstens auch schön laut.

1. Stop: Brooklyn-Bridge.



Wir gehen zum Financial District. Unterwegs noch schnell 2 Paar Turnschuhe gekauft. Toll, so günstig hier!



King-Kohn-Ami.

Dann kommen wir langsam in Richtung Ground 0.

Wir besuchen erst die berühmt gewordene Kirche, direkt neben dem WTC.



Unbeschadet hat sie stand gehalten. Von hier aus wurden Leute und Helfer versorgt. Es ist der einzige Platz, an dem man noch Briefe, Blumen, Gebete, Kerzen, Suchanzeigen, Feuerwehrzeichen,... sieht. Man sieht, wie die Helfer nach dem 11.9.2001 hier 2-5 Stunden schliefen um dann wieder 100m weiter zum Ground 0 zu gehen.

Wir verlassen die Kirche und gehen zum WTC. Es sieht aus wie eine große Baustelle. Aber sehr groß. Viele Leute lesen an Tafeln. Es sind nur kleine Sachen, die das ganze tragisch macht. Die offenen unterirrdischen Zugänge, die einst andere Gebäude mit dem WTC verbunden und jetzt ins Nichts führen.
Komsicher Platz! Ich hätte mehr Trauer oder Patriotismus erwartet. Alles ist eher clean und das einzige, was hier gezeigt wir ist ein großer Metallzaun, Tafeln mit der zeitlichen Abfolge des Tages, Namen mit Herolisten, einem 2 x 2 m großen Plakat, worauf gezeigt wird, was vielleicht irgendwann mal hier sein soll.
Inder verkaufen kleine Fotobücher mit selbstgemachten Aufnahmen. Irgendwie absurd, wenn man da ist.

Über das World Financal Center gehen wir zum Hudson River und dort entlang zum Battery Park. ER wurde damals aus den Erdaushebungen vom Bau des WTC künstlich angelegt. Weiter zum Clinton Castel, einer Art Rondell vor dem Ferries zur Freiheits-Statue. Hier führte übrigens ein Herr Morse seine Erfindung zur Telegrafie erstmals vor.

Nach einer Sicherheitskontrolle fahren wir 3 mit der Fähre für 11,50 $ raus zur Statue of Liberty.
Schöne Aussicht auf die Stadt vom Boot aus



und toller Blick auf die Statur.



Schon ein gigantischer Anblick, wenn man bedenkt, dass das das erste war, was Menschen gesehen haben, die alles zurückgelassen haben, um ein besseres Leben in so einem fremden Land zu führen.
Nach Tagen, Wochen, manchmal Monaten ohne richtiges Essen und Toiletten, zusammengezwängt auf kleinstem Raum und dann auch dieses furchtbare Schaukeln...

Wir umkreisen einmal die Statue, machen Fotos. Hoch kann man heute nicht mehr.

Es geht weiter nach Ellis Island. hier kamen die Reisenden an und wurden erst mal wieder zum Warten gezwungen. Einschreiben, Schlange stehen, teilweise unmenschliche Untersuchungen, auf Krankheiten.
2 % der Ankommenden durften das Land nicht betreten und es gab nur 3 Gründe: Krankheiten, pol. Feinde (oft eben Anarchisten) und Kriminelle.
Ich wäre damals wohl in die See gesprungen, wenn ich wieder hätte zurück gemusst.
Dann endlich hieß aber für die meisten Freiheit und Arbeit zum Aufbau einer Existenz.

Auch für uns geht es wieder zum Festland/Manhattan.

Wir gehen noch zur Börse, die neben den Wolkenkratzern so klein aussieht.



Man sieht vor lauter Haeusern den Himmel nicht!

Wären da nicht die ganzen Absperrungen und die riesige Ami-Flagge (ca. 30 x 18 m) hätte ich die Stock Exchange wohl fast nicht bemerkt.



Ich bin an der Straße, die man als Nassauer wohl besuchen muss.
Nassau Street crossing Wall Street.



(Wall Street deswegen, weil es hier damals eine Wall zur Abgrenzung und zum Schutz vor den Indianern gab. Die Wall wurde von Zeit zur Zeit nur immer wieder abgebaut, weil die damaligen NYer das Holz zum Heizen brauchten.)

Dann mit dem Cab in die 13th Street, Sachen packen und um 8:48 Uhr zurück nach Bay Shore.

Ruhe, Luft und eine kleines Gefühl von Heimat, als mich Courtney und Duke begrüßen. Fernsehen, erzählen, Bett. Das war das zweite Wochenende in NYC.

So Mittagspause ist zu Ende. Heute abend bin ich wieder im Netz. Ca. 7 Uhr. Bis dann.

Kommentare:

Steli hat gesagt…

Hi!

Für solche Berichte gibts nur einen Comment: Impressive! Da fühl ich mich fast in die Zeit zurück versetzt, als meine Schwester ebensolche Touren gemacht hat... hach ^^!

(Könnte ich ein paar imposante NY-Bilder in 1400x1050 px bekommen? Mir gehen die Wallpaper aus...)

Anonym hat gesagt…

New York , die Stadt, die niemals schläft. Ist anscheinend wirklich so, wenn man deine Wochenenderlebnisse liest. Komisch, von Preisen
ist nie die Rede (außer wenn es um Schuhe geht, na ja, dazu sag ich jetzt nichts)!
Hm, nun ja, vielleicht war es ja doch eine ältere Kollektion von Puma, so dass die Stadt einfach stinken muss. Ich sag nur: Umkleideräume von
NBA-Spielern, und dann deren Füße und die dazugehörigen Schuhe, puhhhh.
In den Umkleideräumen von NBA-Spielern war ich zwar noch nicht, aber ich habe noch Geruchserinnerungen an die Umkleide der schulischen Turnhalle, muß wohl ähnlich
grausam sein.

Na denn immer tief durchatmen.
See ya,

Volker Glaser
from Nassau (Not the Bahamas)

romanlibbertz hat gesagt…

wirklich netter und cosmopolitischer blog!